Interaktives Spiel mit einem anderen Menschen: DIR – Floortime – PLAY

Beziehungsaufbau durch emotionale einfühlsame und spielerische Interaktion indem wir seinen eigenen emotionalen Interessen folgen (= seiner Führung) und es gleichzeitig herausfordern die Entwicklungsleiter hinaufzuklettern

  1. Machen Sie sich Sorgen, weil Ihr Kind noch nicht spricht und kaum emotional zu erreichen ist?
  2. Wünschten Sie, jemand könnte Ihnen zeigen, wie Sie mit Ihrem Kind Spaß haben und es emotional erreichen könnten, anstatt nach einer Diagnose zu suchen?
  3. Suchen Sie nach Alternativen zur angewandten Verhaltenstherapie (ABA, Applied Behavior Analysis), die auf einem spielerischen entwicklungsbezogenen Ansatz beruhen?

Der DIRFloortime-Ansatz zielt darauf ab, mittels positiver Emotionalität und interaktiven Spieleinheiten Beziehungen aufzubauen. Er gibt Ihnen eine „Landkarte“ für die Entwicklung Ihres Kindes und eine klare Richtschnur an die Hand, wenn Sie die Orientierung verloren haben, weil Ihr Kind sich rätselhaft verhält oder sich nicht wie erwartet weiterentwickelt.

„DIR“ steht für „Developmental, Individual-difference, Relationship-based“, ist auf Deutsch gesagt also entwicklungsgemäß individualisiert und beziehungsorientiert.

„Floortime“ bezeichnet gemeinsame 1-1 Spieleinheiten mit Ihrem Kind (oft, aber nicht unbedingt, auf dem Fußboden (floor) mit Beziehungsaufbau als Ziel, indem der Erwachsene in seiner Interaktion einfühlsam auf das Kind eingeht. DIR die Theorie und Floortime die Anwendung.

Was ist DIRFloortime?

Bei DIRFloortime handelt es sich um eine Spieltherapie, die sich am Entwicklungsstand des Kindes orientiert und Kinder mit Entwicklungsstörungen oder autistischem Verhalten in ihrer Entwicklung fördert. Unser Schwerpunkt liegt darauf, die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes als ganzer Mensch zu unterstützen, damit es nicht nur intellektuell wächst und lernt, sondern vor allem die eigenen Stärken zur Bewältigung seiner Herausforderungen nutzen kann, d.h. wir arbeiten von innen nach außen („Inside Out“).

Die Grundbausteine für alle Lernprozesse, einschließlich der Sprachentwicklung, bestehen aus der inneren Motivation des Kindes und gerne mit anderen Menschen zusammen zu sein.

Indem wir den natürlichen emotionalen Interessen des Kindes folgen (ihm also die Führung überlassen), während wir es gleichzeitig herausfordern unter Einsatz von Emotionalität und spielerischer Interaktion sowie „Kommunikationskreisen“, leiten wir das Kind an, in Beziehung zu treten und zunehmend Gebrauch von seinen sozialen, emotionalen und intellektuellen Fähigkeiten zu machen.

Was unterscheidet den DIR-Floortime Ansatz von einem verhaltenstherapeutischen Ansatz (wie ABA)?

Der DIR-Ansatz ist grundlegend anders als die traditionellen Verhaltenstherapien (wie ABA, die angewandte Verhaltensanalyse). Letztere sind darauf ausgelegt, Verhaltensänderungen zu erzeugen und mit dem Kind ein bestimmtes Verhalten einzuüben, das von dem betreuenden Erwachsenen bestimmt wird, ohne darauf zu achten, was emotional oder innerlich im Kind vorgeht. Im Gegensatz hierzu richtet der vielseitige, ganzheitliche und reflektive DIR-Ansatz, der erstmals von Dr. Stanley Greenspan und seiner Frau Nancy sowie seiner Kollegin Serena Wieder formuliert wurde, die Aufmerksamkeit auf die spezifischen Interessen des Kindes, seine Verarbeitungsfähigkeiten und Beziehungen, sowie unsere eigene Persönlichkeit und unsere Reaktionen auf das Kind, sowie auf die Familienstruktur.

Über diese positive, dynamische und spielerische Herangehensweise definieren wir Autismus neu: nämlich als Entwicklungsstörung mit hervorragenden Aussichten auf Wachstum und positive Veränderungen. Mithilfe des DIR-Modells, das die allgemeine mental-emotionale Entwicklung des Kindes anhand von Funktionalen Emotionalen Entwicklungsebenen (FEDLs) beschreibt, bringt sie Licht in das Dunkel der rätselhaften Symptome. Bei dieser Methode versucht man, sich in die Welt des Kindes einzufühlen und es über seine Interessen „abzuholen“ und in eine gemeinsame Welt zu ziehen, um ihm zu helfen, die Entwickelungsleiter hinaufzuklettern. Anders gesagt, geht es darum, Ihr Kind auf seinem aktuellen Entwicklungsstand liebevoll anzunehmen und seine Stärken zu fördern, um ihm zu helfen, auch seine schwächeren Seiten zu entwickeln.

Die Ziele des DIR-Ansatzes sind nicht vorrangig „Autismus-spezifisch“, sondern dieselben, die sich alle Eltern für ihr Kind wünschen: eine stärkere emotionale Bindung, herzliche Beziehungen zu anderen, Kommunikation über Gesten und verständliches Sprechen, Einbindung in sinnvolle Aktivitäten und dergleichen. Und er umfasst Strategien, Techniken und Aktivitäten, um diese Ziele zu erreichen.

Das aufsuchende „Beratungsprogramm – Autismus in der  Familie“ unterstützt Eltern und vermittelt Techniken, wie Eltern ihr Kind zuhause in seiner Entwicklung maßgeblich selber unterstützen und seine mental-emotionale Fähigkeit zum Beziehungsaufbau fördern können. Denn Beziehungsfähigkeit ist die Grundvoraussetzung, damit sich weitere kognitive, soziale, emotionale, sprachliche und motorische Fertigkeiten sowie die Selbstwahrnehmung zu ihrem vollen Potential ausbilden können.